Am 21. September 2018 wachte ich um 4 Uhr morgens auf:
Anfang 2017 war ich zum ersten Mal in Paraguay und am 21. September 2017 übersiedelte ich ganz hierher…

(Gerne kannst du meinen Reisebericht von damals ansehen: REISEBERICHT)
Ja, genau das wollte ich: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit den richtigen Menschen das Richtige tun – JA – JA – und nochmals JA!
Eine Weile dauerte es schon, bis ich diese Neuigkeit meiner Familie verständlich machen konnte. Nein, wirklich verstehen kann mich glaube ich bis heute keiner so richtig, aber vielleicht kennst du das auch:
Es gibt einen inneren Weg, der dir vorgegeben ist und du musst ihn einfach gehen, weil es keine wirkliche Alternative gibt. Kein Argument der Welt kann dich davon abbringen, kein Hindernis ist zu groß – für alles gibt es eine zielgerichtete Lösung, die deine innere Vision Wirklichkeit werden lässt.

Sag niemals \”NIE\”!
Eigentlich wollte ich erst dann nach Paraguay gehen, wenn die ersten Häuser zum vorübergehenden Wohnen fertig sind. Der damalige Termin war im Juni 2017 und so habe ich den September 2017 für meine Anreise gewählt.
Aber: Was ich damals noch nicht wusste: In Paraguay ist alles anders…Termine einzuhalten oder Versprechen ist z.B. nicht die Hauptstärke der Paraguayaner, und so kam alles anders.
Eigentlich wollte ich niemals ins Hotel ziehen… aber sag niemals \”nie\”, denn schon hast du, was du nie wolltest: Wie ich es geschafft habe, mit Leichtigkeit 8 1/2 Monate im Hotel Las Palmas zu verbringen, weiß ich auch nicht wirklich, vielleicht, weil wir dort sehr herzlich aufgenommen wurden und alles getan wurde, damit wir uns wohlfühlen – Danke dafür!

Gerne erinnere ich mich auch an unseren Permakultur-Design-Kurs mit Christoff Schneider. Dass genau zu diesem Zeitpunkt ein Jahrhundertregen das über 16 km² große Grundstück unseres Projektes, das ich nun helfe aufzubauen, überflutete, entpuppte sich letztendlich als Segen. (Siehe Blogartikel dazu) Denn hier wurde uns klar, dass wir bauplanmäßige Veränderungen vornehmen mussten und auch die geplante Stadt zu verlegen war. Daraus ergaben sich neue Urbanisierungsbewilligungen und somit entsteht jetzt hier das größte private Projekt Paraguays, das wieder von Seiten der Regierung und der Umweltbehörden positiv unterstützt wird.
Diese Bewilligungen wurden sehr rasch erstellt, aber bis das 80-Seiten-Papier hier bei den Behörden ankam, dauerte es 2 Monate und der damit verbundene Baustopp für den Straßenbau war schon eine enorme Herausforderung für uns!
Leider haben wir auch mit vielen Neidern und Verleumdern zu tun. Sie verstehen nicht, wie sehr sie sich selbst schaden.
Mittlerweile berichten aber ehemals negativ gestimmte Medien schon Positives über das Projekt. Auch wenn alles langsamer vorangeht als geplant, Stück für Stück wird alles der Reihe nach umgesetzt und verwirklicht, wie z.B. die Straßen, die sich jetzt schon in die Landschaft zeichnen…
Mein Beitrag hier ist sehr vielseitig. Einerseits habe ich während meiner Zeit im Hotel viele Reisegäste betreut, die Entwürfe für die Umgestaltung des Grundstückes angefertigt und vor allem die Entstehung des Obst- und Gemüsegartens sowie der Baumschule in die Wege geleitet. Die Selbstversorgung hier mit Obst, Gemüse und Kräutern hat begonnen, aber es gibt noch viel Potential nach oben.

Danke an alle, die da sind, die nicht aufgeben und davonlaufen, auch wenn es öfter mal schwierig und anstrengend ist….!
Die Gesundheit…

Die meisten Menschen hier essen vor allem viel Fleisch, Huhn, Fisch, Schinken, Bohnen, Mais, Weißbrot, etwas Tomaten, Paprika, Kraut, Gurken, rote Rüben, Kürbisse, Melonen, Bananen... Aber auf dem Land gibt es in der Regel nicht die Vielfalt im Anbau und in der Verarbeitung, wie wir sie kennen – von wenigen privaten Gärtnern abgesehen. Von permakulturellen Ansätzen gar nicht zu reden…

Die Anfrage bestimmt das Angebot und wir merken schon die Veränderungen in den Geschäften, wenn wir immer wieder nach bestimmten Produkten fragen. Die Menschen hier sind schon geschäftstüchtig und \”riechen\” das Potential von uns Europäern für ihr eigenes Leben und die Verbesserung ihres Lebensstandards…

Säckeweise werden die Brötchen beim Bäcker abgeholt und die Chipas (Maisgebäcke), Sandwiches und Empanadas (gefüllte Teigtaschen) bekommst du überall. Wenn du nach Salat, Gemüsegerichten oder nach Empanadas mit Gemüsefüllung fragst, erntest du in den meisten Fällen nur ein Kopfschütteln….
Es gibt noch viel zu tun, um das Bewusstsein für die Gesundheit und Ernährung der Bevölkerung hier zu stärken!

Die Sprache:
Ich kann mich soweit ganz gut schon in spanisch mit den Menschen hier verständigen, aber wie es so ist: Kaum merken die Menschen, dass du ihre Sprache ein wenig verstehst und sprichst, reden sie noch schneller und mehr im Dialekt oder gemischt mit Guarani und dann versteht man wieder nichts….
Ich kann jedem, der hierher ziehen möchte, wirklich nur wärmstens empfehlen, die spanische Sprache schon zuhause so gut als möglich zu lernen. Auch wenn in Südamerika etwas anders gesprochen wird und in jedem Land hier wiederum Worte unterschiedliche Bedeutung haben können, so ist das doch die beste Basis, um sich dann im täglichen Leben selbst helfen zu können!

Mutter Natur schenkt uns hier die wunderbarsten Ausblicke und Natur-Schauspiele:
Am meisten beeindrucken mich immer wieder die wunderbaren Sonnenuntergänge – knapp nachher wird der gesamte Horizont oft feuerrot, da kann ich mich kaum sattsehen! Auch den Wolken nachzugucken ist eine kindliche Freude!
Was mich sehr überrascht hat, ist, dass es sehr wohl stärkere jahreszeitlichen Unterschiede gibt – nicht so krass wie in Europa, aber dennoch! Im Winter muss man sich schon manchmal warm anziehen – Null Grad sind im Verhältnis zu 30 oder 40 Grad eben schon \”saukalt\”…
Auch wenn das ganze Jahr über etwas angepflanzt werden kann, so gibt es doch ob der unterschiedlichen Temperatur- und Feuchtigkeits-Bedingungen Pflanzen, die zu bestimmten Zeiten einfach besser wachsen als zu anderen oder Bäume, die im Winter das Laub abwerfen.

Die Paraguayer sind sehr freundliche und liebenswerte Menschen. Sie helfen sofort, wenn du in Not bist und bei Verständigungsschwierigkeiten bleiben sie geduldig lächelnd stehen, bis wir Europäer unsere spanischen Sätze einigermaßen verständlich rüberbringen ;-).

Paraguay bietet wunderbare Plätze zum Verweilen, viel Interessantes von der Kultur her und wenn man sich die Geschichte anhört und erfährt, dass Paraguay einmal das größte, reichste und unabhängigste Land in ganz Südamerika war, kommen viele Vergleiche hoch mit Österreich und Europa.
Im Herzen eines Kontinentes gelegen, heute eher klein und unscheinbar, schlummert wohl hier ein gewaltiges Potential, das entdeckt und gefördert werden will.

Zum Abschluss ein Ausschnitt aus einemVideo, das entstanden ist, bevor ich mit diesen vier begonnen habe, mein Grundstück zu bepflanzen. Als aus dem Auto von Claudio tolle Musik erklang, konnte ich mein Tanzbein nicht mehr halten und schwang es mit Norma zu fröhlichem Tanz – so macht die schwere Arbeit in der Hitze gleich noch mehr Spaß!
In diesem Sinne freue ich mich schon auf mein 2. Jahr in Paraguay!♥
g








